Erstklassige Verschlüsselungssoftware bei aktuellen iPhones

Apple als Datenschützer?

Ein höchst interessanter Fall in Sachen Datenschutz spielt sich zurzeit in den USA ab. Worum geht es dabei? Wie die Nachrichtenagentur Reuter berichtet, hat ein US-Richter beim Justizministerium der USA einen Antrag gestellt, im Rahmen im Rahmen einer bestimmten Ermittlung einen Zugriff auf ein beschlagnahmtes iPhone zu erhalten, das dann von Apple entschlüsselt werden soll. Allerdings weigert sich Apple, das Gerät zu entschlüsseln. Nunmehr versucht das Justizministerium Apple zu der Entschlüsselung zu zwingen. Im Rahmen dessen musste Apple nunmehr eine Begründung für die Verweigerung angeben. Diese Begründung ließ nicht lange auf sich warten. „Der einfache Grund sei“, so Apple, „dass die Entschlüsselung unmöglich sei. Ein solches sei nur bei älteren Geräten möglich“. Im Weiteren heißt es dann in der Erklärung, dass es selbst Apple nicht möglich sei, die in aktuellen Versionen von iOS enthaltene Verschlüsselungsfunktion auszuhebeln. Gemeint sind damit die Verschlüsselungsfunktionen auf Smartphones mit mindestens iOS 8. Bei früheren Versionen des Betriebssystems sein dieses noch möglich, so heißt es weiter. Allerdings würden diese Versionen nur noch auf 10 Prozent aller Geräte laufen. Außerdem würde Apple ein solches nur nach einer ausdrücklichen Anordnung seitens der richterlichen Behörde vornehmen, denn ansonsten könnte das Vertrauen zwischen Apple und seinen Kunden erheblich beeinträchtigen.

Datenschutz auch künftig gewährleistet?

Wie geht es nun weiter? Theoretisch könnten US-Sicherheitsbehörden Apple zur Entschlüsselung zwingen. Allerdings ist dies nur in Situationen erlaubt, in denen es um die nationale Sicherheit geht. In dem vorliegenden Fall scheint es sich aber um ein „reguläres Verbrechen“ zu handeln und nicht um einen Fall, bei dem es um die nationale Sicherheit der USA geht. Der zuständige Richter wird sich indes voraussichtlich bis zum Ende des Oktober 2015 entscheiden. Sollte er gegen Apple urteilen, könnte dies ein neuer, gefährlicher Präzedenzfall werden. Genau dieses versucht Apple scheinbar zu verhindern. So hat sich Apple Chef Tim Cook im Rahmen der WSJDLive-Konferenz einmal mehr gegen „Hintertüren“ in der Verschlüsselungssoftware geäußert. Er betonte, dass eine dass Verschlüsselung ein absolutes Muss sei, um die Privatsphäre der Nutzer zu schützen.