Neuerlicher Streit um Entschlüsselung von iPhones

Apple verweigert sich

Irgendwie ist man bei dem Streit zwischen Apple und den US-Behörden, bei dem es um die Entschlüsselung von iPhones geht, an den Roma „Die Unendliche Geschichte“ von Michael Ende erinnert. Zunächst einmal schien es so, als sei der iPhone-Entschlüsselungsstreit grundsätzlich beigelegt, nachdem es mit Bundespolizei FBI gelang, das Smartphone eines Attentäters ohne Hilfe von Apple zu knacken. Die US-Regierung verzichtete daraufhin in diesem Fall auf weitere gerichtliche Schritte gegen das Unternehmen. Hintergrund: Apple weigerte sich trotz einer gerichtlichen Anordnung die Entschlüsselung des Smartphones des Attentäters Farook zu ermöglichen. Dieser hatte Ende vergangenen Jahres zusammen mit seiner Frau bei einem islamistischen Anschlag im kalifornischen San Bernardino vierzehn Menschen erschossen, ehe das Paar von der Polizei bei einem Schusswechsel getötet wurde. Wie dem FBI die Entschlüsselung gelang, ist nach wie vor unklar. Insider vermuten, dass die Ermittlungsbehörden einen Hinweis auf das Passwort bekamen oder es sich um das ältere iPhone-Modell 5c handelte, welches noch nicht über den zusätzlichen Hardware-Verschlüsselungsschutz (Secure Enclave) der aktuellen Modelle verfügte. Dieser Entschlüsselungsschutz erschwert ein Hacken erheblich oder macht diese sogar unmöglich. Trotz diesen Vermutungen kündigte zuletzt Apple an, den Entschlüsselungsschutz noch einmal zu verstärken. Allerdings geht der Entschlüsselungsstreit in eine neue Runde. Diesmal findet sich die Ursache  in den Ermittlungen gegen einen mutmaßlichen Drogenhändler.

Muss das oberste US-Gericht entscheiden?

Im neuen Fall fordert das Justizministerium von Apple, dass der Konzern  bei der Entriegelung des Smartphone des mutmaßlichen Dealers helfen müsse. Apple bleibt jedoch auch in diesem Fall dabei, dass die Ermittler damit ihre Befugnisse überschreiten würden und argumentiert, dass die Ermittler diese Daten nicht wirklich bräuchten, da der mutmaßliche Drogendealer, bereits aufgrund seines Geständnisses verurteilt wurde und lediglich das Strafmaß noch nicht festgesetzt sei. Daher liegt für Apple die Vermutung nahe, dass die Regierung einen gefährlichen Präzedenzfall schaffen will, um künftig allgemein den Zugriff auf iPhones im Zuge von Strafverfolgungen  zu erleichtern. Hiergegen sperrt sich Apple mit aller Kraft und ist bereit, den Streit bis vor dem Obersten Gericht auszutragen. Dabei sieht sich Apple von der gesamten Technologiebranche unterstützt.