Tim Cook verteidigt Apples Verschlüsselungspraxis

Absage an Forderungen amerikanischer Politiker

Das haben wahrscheinlich nicht nur der amerikanische Geheimdienst ungerne gehört, sondern wohl auch einige Politiker (und dieses nicht nur in den Vereinigten Staaten sondern wohl auch in der gesamten westliche Welt: Apple Chef Tim Cook hat alle denen eine Absage erteilt, die Apple aufgefordert haben, die Verschlüsselungspraxis der Apple Smartphone-Daten in Frage zu stellen. Nicht zuletzt durch die jüngsten Terroranschläge in Paris übten Politiker und Geheimdienste in dieser Hinsicht Druck auf die Smartphone-Hersteller auf. Hierzu gehörte unter anderem auch Hillary Clinton. So bezeichnete die die Anwärterin auf die US-Präsidentschaftskandidatur der Demokraten die bisherige Verschlüsselungspraxis als „ein Werkzeug, das den Terroristen“ in die Hand spielte. Frau Clinton forderte daher die IT-Firmen auf, mit US-Behörden zusammen zu arbeiten. Selbst US-Präsident Barack Obama fordert in der letzten Zeit immer öfters von den IT-Herstellern, ihre Verschlüsselungspraxis zu lockern und den Behörden die Möglichkeit zu geben, bei dem Aufspüren und dem verfolgen von Terroristen auch chiffrierte Nachrichten mithören zu können.

Daten auf Mobilgeräten sollen bei Apple geschützt bleiben

Allen diesen Forderungen hat Apple in der Vergangenheit abgelehnt. Nunmehr bekräftigte Tim Cook diese Ablehnung noch einmal deutlich. In einem mit dem bekannten amerikanischen Journalisten und Fernsehmoderaten Charlie Rose (das von dem US-Fernsehsender CBS ausgestrahlt wurde) verteidigte er Apples Verschlüsselungspraxis. Unter anderem sagte er, dass die Verschlüsselung der einzige Weg sei, die unzähligen Daten auf Mobilgeräten zu schützen und man daher bei Apple durch diese auch weiterhin die Privatsphäre der Kundschaft schützen werde. Allerdings sagte er auch, dass sich nach seiner Meinung nationale Sicherheit und Datenschutz nicht gegenseitig ausschließen. So werde der Konzern auch weiterhin Anfragen von Strafverfolgungsbehörden – soweit diese legitim und vom Gesetz vorgeschrieben sind – positiv beantworten. So können diese in diesem Rahmen zum Beispiel in iCloud-Backups auf Apples Servern gesicherten Daten anfordern.

Auch keine Backdoors

Auch bezüglich Backdoors vertrat Tim Cook in dem Interview sein Verhalten. Wenn manden US-Behörden Backdoor ermöglicht, so stehen diese in letzter Konsequenz allen zur Verfügung, also nicht nur den „Guten“.