UN-Menschenrechtsbeauftragter unterstützt Apple

Rechtsstreit Apple versus FBI

Apple erhält prominente Unterstützung in seinem Streit mit dem FBI. Zur Erinnerung: der US-Geheimdienst will Apple durch ein Gericht zur Entschlüsselung des iPhones von „San Bernardino-Attentäter“ Sayed Farook zwingen. Unter Berufung auf den Datenschutz aller iPhone User weigert sich aber Apple – in diesem Fall sogar Apple-Chef Tim Cook persönlich – einer richterlichen Anordnung Folge zu leisten und dem FBI bei der Entschlüsselung des iPhones zu helfen. Apple hat die Befürchtung, dass die Entschlüsselung „Dämme brechen“ könnte und der Datenschutz insgesamt in Frage gestellt werden könnte. Damit könnte Apple Recht haben, denn der FBI-Direktor James Comey hat nunmehr bei einer Anhörung durch den US-Kongress zugegeben, dass das Verfahren als Wegbereiter für weitere Fälle tauge. Nunmehr aber hat Apple in seiner Haltung Unterstützung durch den UN-Menschenrechtsbeauftragter Zeid Ra’ad Al Hussein bekommen. Dieser warnte, dass durch die Schaffung eines Präzedenzfall „extrem schädliche Auswirkungen“ auf die Rechte von Millionen Menschen haben könnte und dieses auch Auswirkungen auf deren physische und finanzielle Sicherheit zukommen könnten.

Auch Edward Snowden meldet sich zu Wort

Auch der Whistleblower Edward Snowden hat sich zu Wort gemeldet. Er bezeichnete das Gerichtsverfahren als „wichtigsten Rechtsstreit des Jahrzehnts“ im Technikbereich. Dabei müssten sich alle Bürger auf Apple verlassen können, dass ihre Rechte gegenüber dem FBI verteidigt würden. Systeme seien nur dann sicher, so fuhr Snowden fort, wenn ausschließlich die jeweiligen Nutzer Zugriff hätten. Ein Zugang für den Hersteller wäre eine riesige eine Sicherheitslücke. Selbst aus der US-Politik, die bislang mehrheitlich die FBI-Forderung unterstützt, kommen mittlerweile die ersten kritischen Stimmen. So verteidigt zum Beispiel der US-Senator Ron Wyden Apple indirekt. Er sagte, dass kein Unternehmen dazu gezwungen werden dürfte, absichtlich die Sicherheit ihrer Produkte zu schwächen. Im Großen und Ganzen muss man allerdings Volksvertreter, denen die Wahrung von Privatsphäre und Verschlüsselung ein Anliegen ist, leider schon mit der Lupe suchen. Gegen Entschlüsselung sind viele Politiker wohl nur, wenn es um ihre eigene Privatsphäre geht. Wer weiß, was ansonsten zu Tage käme!