Will Apple künftig Werbung nach Liquidität der Nutzer ausrichten?

„Nur einmal werben und dann nicht mehr, ist weg geworfenes Geld“, so heißt es in der Werbebranche. Aber ist gibt noch andere Weisheiten der Webebranche, die genauso richtig sind. So käme zum Beispiel ein Anbieter für Luxusautos wie zum Beispiel Rolls-Royce, Ferrari oder Lamborghini wohl nie auf Idee, sich als Zielgruppe mittellose Sozialrentner auszusuchen und diese dann bewerben. Eine Werbung zeigt sich in der Regel nur dann als erfolgreich, wenn das Produkt oder die Leistung zielgenau die Bedürfnisse (seien es offene Bedürfnisse oder seien es unterschwellige Bedürfnisse) der potenziellen Kunden erreicht. Vorausgesetzt natürlich, dass diese über die entsprechenden Geldmittel verfügen, um sich das angebotene Produkt zu leisten. Genau dieses scheint der Hintergrund eines neuen Patentantrags zu sein, den Apple am 16. Juli 2015 in den USA eingereicht hat. Gegenstand des angemeldeten Patentes soll ein System sein, das mit Hilfe einer zielgerichteten Anzeigensteuerung die Liquidität von Nutzern durchleuchtet. Dabei soll dieses System zum Beispiel auf den Kontostand der Nutzer oder deren Kreditkartenlimit zugreifen können. Anschließende will Apple dann wahrscheinlich künftig Werbung liquiditätsgerichtet ausrichten und sortierten. So sollen dann zum Beispiel Produkte oder Dienstleistungen, die über dem Budget des Nutzers liegen, entweder gar nicht mehr oder nur außerhalb des Sichtfelds von Nutzern platziert werden. Umgekehrt würden dann wohl Produkte oder Dienstleistungen, die den Liquiditätsansprüchen der Werbenden entsprechen direkt, im Sichtfeld des Nutzers platziert. Ziel des ganzen ist es letztendlich, dass Güter und Dienstleistungen nur einer möglichst passenden Zielgruppe angezeigt werden, damit die Wahrscheinlichkeit steigt, dass die jeweiligen Nutzer auf die Anzeigen reagieren und infolge dessen die beworbenen Güter und Dienstleistungen nach dem AIDA-Prinzip (Attention, Interest, Desire, Action) erwerben. Ob das Projekt aber tatsächlich realisiert wird, scheint vorerst noch in den Sternen zu stehen. Zum einen hat das US-Patentamt das Patent bislang noch nicht erteilt, zum anderen müssten sicherlich noch eine Menge datenrechtlicher Dinge geklärt werden.